Was ist Mikropsychoanalyse (MPA)?
Die Mikropsychoanalyse ist ein auf Silvio Fanti zurückgehendes Verfahren zur Untersuchung der Psyche und Herstellung ihres Gleichgewichts und stellt eine Vertiefung und Erweiterung der freudianischen Psychoanalyse dar, aus der sie hervorgegangen ist.Die hierbei angewandte assoziative Methode (Verknüpfung von Vorstellungen) ist eine strikte, standardisierte und reproduzierbare Technik, die auf der Grundregel aufbaut: Der Analysand erzählt und beschreibt sein Leben in allen Einzelheiten, wobei er über das gesprochene Wort Zugang zu sich findet.
Charakterisiert wird die Mikropsychoanalyse durch Neuerungen und technische Hilfsmittel. Eine Neuerung sind lange Sitzungen, die mindestens drei Stunden ohne Unterbrechung dauern und wenigstens fünfmal in der Woche stattfinden.
Zu den technischen Hilfsmitteln gehört die Untersuchung der persönlichen Fotos und der Familienfotos, des Stammbaums, der vom Analysanden angefertigten Zeichnungen von den Örtlichkeiten, wo er gewohnt hat, der Korrespondenz (mit den Eltern, Liebesbriefe...), der Sprachaufnahmen, die während einzelner Sitzungen gemacht wurden.
Neuerungen und technische Hilfsmittel gehören zusammen und haben eine Zunahme der Verbalisierung (In-Worte-Fassen) zur Folge. Sie fördern den Assoziationsprozeß, stimulieren das Sicherinnern, das unmittelbare Bedeutung und direkte Beziehung zur Realität erlangt, erleichtern das Wiedererleben früher Erfahrungen und das Wiedererinnern der dazu gehörigen Vorstellungen (Inhalte) und Affekte (Intensitäten) und ermöglichen das Vordringen bis zu sehr frühen traumatischen Kernen, die zu beseitigen versucht wird.
Die Neuerungen und technischen Hilfsmittel helfen dem Analysanden, seine Widerstände zu überwinden und bieten ihm solide und realitätsbezogene Ankerpunkte für seine assoziative Arbeit auf der Couch.
